Strömungssystem hilft Hammerhaien beim Riechen

Haie können einen Tropfen Blut aus mehr als einem Kilometer Entfernung wahrnehmen - das ist keine neue Erkenntnis. Es wurde allerdings bisher noch kaum erforscht, wie der Geruchssinn der Knorpelfische funktioniert. Britische Wissenschaftler um Jonathan Cox der University of Bath sind diesem Rätsel auf den Grund gegangen – Forschungsobjekt war der Hammerhai.

Zuerst wurde aus Computertomographie-Aufnahmen eine genaue Nachbildung des Hammerhaischädels erstellt. Indem man Schicht um Schicht der Aufnahmen übereinander lagert, entsteht ein 3D-Modell, das die inneren Hohlräume des Haischädels mit einer Genauigkeit von bis zu 200 Mikrometern darstellt.

Dieses Modell platzierten die Forscher in einem speziellen Wassertank, in den weiterhin rote Farbe geschüttet wurde. Man konnte beobachten wie die Flüssigkeit in einem kreisförmigen Wirbel durch den Nasenraum strömt, der aus einem Labyrinth von Röhrchen mit einer kurvigen Verengung in ihrem Zentrum besteht. Von dieser gehen winzige Kanäle aus, die zu den Hauptstrukturen des Riechsystems des Hais führen: hier befinden sich Rezeptoren, die die Gerüche in elektrische Signale umwandeln, die dann vom Gehirn verarbeitet werden können. Durch die Verwirbelung und die Verengung fließt das einströmende Wasser vollständig an diesen Rezeptoren vorbei, so dass auch kleine Mengen an Geruchsstoffen die Riechsensoren erreichen. Beim Schwimmen wird dann, im Zusammenspiel mit der typischen Kopfbewegung des Hammerhais, Wasser ins Riechzentrum getrieben. Eine Art Ventilklappe leitet das Wasser in die nasale Kammer, verhindert aber gleichzeitig einen zu großen Wasserzufluss. So wird eine Beschädigung des empfindlichen Riechsystems verhindert.

Der ausführliche Artikel ist in englischer Sprache verfasst und hier zu finden.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein. Bookmarken: Permanent-Link. Momentan ist weder das Kommentieren noch das Setzen eines Trackbacks möglich.