Aktueller Schutz

Aktueller Hai-Schutz

Wie steht es momentan um den Hai? Dazu gibt es leider immer noch nur eins zu sagen: Sehr schlecht! Jährlich werden zwischen 600.000 bis 700.000 Tonnen Haie getötet. Das entspricht einer Anzahl von im Durchschnitt etwa 100 Millionen Haien im Jahr. Das Makabere daran ist, dass weit über 50% (im Jahr 1991 waren es 87%) von diesen 600.000 bis 700.000 Tonnen Haie als Abfall weggeworfen werden. Denn für den Menschen sind nur wenige Teile des Hais profitabel, wie z.B. die Flossen, die für teures Geld nach Asien für Haifischflossen-Suppen exportiert werden oder die Zähne für Schmuck oder die Haut für Schleifmittel (Chagrinleder). Der Rest wird nicht gebraucht. Nur in den seltensten Fällen wird auch noch das Fleisch der Haie verwertet, für Haifisch-Steaks oder ähnliches. Der Rest wird meist wieder ins Meer zurückgeworfen.

Mittlerweile stehen bereits elf Haiarten auf der Roten Liste und 69 Arten sind gefährdet (Internationale Naturschutzunion IUCN).

Auf der Roten Liste stehen:

  • Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
  • Walhai (Rhincodon typus)
  • Sandtigerhai (Carcharias taurus)
  • Riesenhai (Cetorhinus maximus)
  • Heringshai (Lamna nasus)
  • Schwarzspitzenhai (Carcharhinus limbatus)
  • Düsterer Hai (Carcharhinus obscurus)
  • Gangeshai (Glyphis gangeticus)
  • Großflossenhai / Sandbankhai (Carcharhinus plumbeus)
  • Schokoladenhai (Dalatias licha)
  • Sechskiemenhai (Hexanchus griseus)

Besonders das sogenannte Finning ist äußerst brutal. Dabei werden Haie gefangen und auf Boote gezogen. Anschließend werden ihnen die Flossen abgeschnitten (für Suppe) und der meist noch lebende Rumpf wird wieder ins Wasser geworfen. Der Hai nimmt viel Platz weg und es rentiert sich nicht, ganze Haie zu verkaufen. Viel profitabler ist es, nur die Flossen zu behalten. Die wieder ins Meer geworfenen Haie verbluten oder werden von anderen Haien gefressen. Meist ersticken sie elendig, denn viele Haie müssen sich im Wasser fortbewegen, um atmen zu können (siehe Atmung).

Hai-Angeln

Die Verlierer eines "Sportwettbewerbs".
© by The Nature Company Guides: Sharks & Rays

Auch der Bereich der Sportfischerei ist nicht zu unterschätzen (wenn auch schon weniger geworden). Doch Anfang der 90er Jahre wurden allein in den USA bei manchen Sportturnieren rund 2,5 Millionen Haie getötet. D.h. die Haie waren anschließend schlicht Abfall.

Besonders geschätzt sind Haie, die sich nicht so einfach einholen lassen, wie z.B. der Makohai (Isurus oxyrinchus) oder auch der Weiße Hai (Carcharodon carcharias). Sie werden wegen ihres "Kampfgeistes" besonders geschätzt und ein solcher Fang bringt auch mehr Anerkennung als beispielsweise ein Katzenhai (Scyliorhinus spp.). Das ist leider die Einstellung mancher "Sportfischer".

Um Hai-Produkte zu meiden, muss man natürlich auch wissen, welche überhaupt aus Hai gemacht werden. Viele Produkten bestehen aus ein bisschen Hai, daher ist eine vollständige Aufzählung an dieser Stelle nicht möglich. Bekanntere Produkte sind natürlich die Haifischflossensuppen. Oder haben Sie schon mal Schillerlocken gegessen? Ja? Dann haben Sie die Bauchlappen eines Dornhais (Squalus acanthias) verspeist. "Seestör" oder "Kalbsfisch" ist übrigens Heringshai (Lamna nasus).

Auch Halsketten, die aus echten Hai-Zähnen bestehen, sollten gemieden werden, wenn man bedenkt, dass mit jedem Kauf solcher Produkte der Fang und das Abschlachten von Haien unterstützt wird - längst nicht alle Haizähne wurden irgendwo einfach gefunden, besonders nicht solch große und schöne.