Seitenlinienorgan

Das Seitenlinienorgan der Haie

Ein weiteres äußerst wirkungsvolles Sinnesorgan ist das Seitenlinienorgan, auch Ferntastsinn genannt. Es verläuft auf beiden Seiten des Hais vom Auge bis zur Schwanzflosse (s. Abbildung unten).

Die Wimperzellen aus denen das Organ besteht, reagieren auf Druckveränderungen des Wassers. Diese Veränderungen können so gering sein, dass sie für das menschliche Ohr sie gar nicht wahrnehmbar sind. Mit Hilfe des Seitenlinienorgans ist es dem Hai möglich, ein sich bewegendes Objekt sehr genau zu orten und zu identifizieren. Jede noch so geringe Bewegung erzeugt im Wasser eine Reihe von Vibrationen, die durch das Wasser weiter übertragen werden und sich konzentrisch ausbreiten. Dieses Ausbreiten ist vergleichbar mit den Wellen, die entstehen, wenn man einen Stein ins Wasser wirft.

Dabei hängt die Frequenz der Vibrationen nicht alleine von der Größe des Objekts, sondern auch von dessen Gesundheitszustand ab. Dies trägt mit zu der Erklärung bei, weshalb Haie binnen weniger Sekunden auftauchen, wenn sich irgendwo im Wasser ein verletztes Tier befindet. Die von dem verletzten Tier erzeugten Vibrationen stimulieren die Cilien der Zellen des Seitenlinienorgans und lösen damit die Reizleitung der mit ihnen verbundenen Nervenfasern aus. Beim Katzenhai (Scyliorhinus canicula) beträgt die Anzahl dieser Nervenfasern über 6.000 Stück. Die von den Nervenzellen ausgesandten Impulse werden im Gehirn gesammelt, interpretiert und mit den Informationen von anderen Sinnesorganen in Verbindung gebracht. So kommt der Hai Schritt für Schritt näher an die Reizquelle heran.

Der Verlauf des Seitenlinienorgans

Der Verlauf des Seitenlinienorgans.
© by Angelo Mojetta

Das Seitenlinienorgan funktioniert allerdings nicht auf größere Distanzen. Auf kurzem Weg (ca. eine Körperlänge des Hais) ist es äußerst empfindlich und sehr präzise. Ergänzungen und weiterführende Informationen zum Seitenlinienorgan unter Gehör.

Der Aufbau des Seitenlinienorgans

Das Seitenlinienorgan besteht aus einer Reihe nach außen liegender Poren (a), die mit dem schleimgefüllten inneren Kanal des Organs (b) in Verbindung stehen. Der Kanal wiederum ist mit einer Menge Sinneszellen, die die sogenannten Cilien enthalten, ausgekleidet (c), welche in die Schleimschicht hineinragen. Treffen Vibrationen, die durch ein Objekt im Wasser verursacht wurden, auf das Seitenlinienorgan, so werden diese Vibrationen weiter in den Kanal geleitet, wo die Cilien ihre Nerven (d) reizen.
© by Angelo Mojetta