Lamniformes

Lamniformes

Die Ordnung der Lamniformes oder der Makrelenhaie umfasst sieben Familien mit insgesamt 16 Arten.

Makrelenhaie haben fünf Kiemenspalten und keine Naso-Oralrinnen (siehe hierzu Geruchssinn), Barteln oder Nickhäute (siehe Sehvermögen). Weiterhin haben sie zwei Rückenflossen, dessen vordere zwischen Bauch- und Brustflossen oder direkt über den Brustflossen liegt.

Die unterschiedlichen Familien sind zum Beispiel die Sandtigerhaie (Odontaspididae), deren lange Zähne weit hervorragen, wenn die Haie ihr Maul unter der langen Schnauze öffnen, die Fuchshaie (Alopiidae), die mit ihrem langen Schwanz ihre Beutefische betäuben und die Lamnidae. Die Lamnidae sind die bei weitem spezialisiertesten Haie. Zu dieser Familie gehören zum Beispiel die Weißen Haie (Carcharodon carcharias), die das Endglied vieler Nahrungsketten bilden und auch die Makohaie (Isurus oxyrinchus). Charakteristisch sind die stromlinienförmigen Körper, sowie die große, sichelförmige Schwanzflosse.

Lamniformes Schaubild

Haie der Ordnung Lamniformes haben zwei stachellose Rückenflossen (b), jedoch keine Nickhaut (a).
© by Angelo Mojetta
Sandtigerhai

Seine charakteristischen Zähne machen den Sandtigerhai (Carcharias taurus) unverwechselbar.
© by Angelo Mojetta

Aber nicht alle Arten dieser Familie sehen gleich aus. Die Nasenhaie (Mitsukurinidae) beispielsweise haben haben einen weichen und schlaffen Körper mit einer langen, flachen, spitz zulaufenden Schnauze, in der ihre winzigen Augen beinahe zu verschwinden scheinen. In ihren langen, vorschiebbaren Kiefern sitzen große und scharfe Zähne. Erst 1897 wurde das erste Exemplar in Japan gefangen und in die USA gebracht. Dort erhielt der Hai den Namen Mitsukurina owstoni. Paläontologen fiel eine gewisse Ähnlichkeit mit ca. 100 Millionen Jahre alten fossilen Haien auf. Gehörte der Nasenhai auch nicht zur gleichen Art wie diese fossilen Haie, so doch zumindest zur gleichen Gattung. Theoretisch hätte der Name des ausgestorbenen fossilen Hais (Scapanorhynchus) nach der zoologischen Nomenklatur Vorrang gehabt, doch man entschied sich dagegen, einem lebenden Hai den Namen eines ausgestorbenen zu geben.

Riesenmaulhai

Ein Exemplar des Riesenmaulhais (Megachasma pelagios).
© by Angelo Mojetta

Die Funktion der merkwürdigen langen Schnauze des Nasenhais ist noch unbekannt. Manche Wissenschaftler vermuten, dass sie die Elektrorezeption verbessere, denn immerhin lebt der Hai in Tiefen von über 1.000 Metern, wo das Licht nicht mehr ausreicht, um die Beute (vermutlich Fische und Kalmare) optisch wahrzunehmen.

Weitere Arten, die der Familie der Lamnidae angehören, sind die Riesenhaie (Cetorhinus maximus) und die Riesenmaulhaie (Megachasma pelagios). Letztere wurden erst 1976 (und das trotz einer Größe von bis zu 4,80 Metern) entdeckt und erhielten ihren Namen erst weitere sechs Jahre später. Es handelt sich um einen großen, ozeanischen Hai mit weichem, zylindrischem Körper und rundlicher, stumpfer Schnauze mit einem gewaltigen Maul, dss allerdings lediglich zum Krillfang dient.

Zu Beginn ging die Forschung davon aus, dass diese Haie Tiefseehaie wären. Doch als 1990 ein weiteres Exemplar gefangen und mit einem Sender wieder freigelassen wurde, verließ der Hai - zumindest solange der Sender noch funktionierte - das Oberflächenwasser nicht. Die sechs bisher gefangenen Exemplare warfen somit mehr Fragen zu ihrer Biologie auf, als dass sie zur Beantwortung beitrugen.

Ganz anders ist es um den Riesenhai bestellt, der schon lange bekannt ist und aufgrund seines Lebertrans, welcher sowohl von der Kosmetikindustrie als auch von der Flugzeugindustrie genutzt wurde, über einen langen Zeitraum intensiv gejagt wurde. Er wurde solange gejagt, bis die erlegten Tiere die Jagd nicht mehr profitabel machten, was gerade mal fünf Jahre nach Jagdbeginn der Fall war. Es wurden soviele Haie erlegt, dass sich die Bestände nur sehr mühselig wieder erholen. Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Mensch den Haien deutlich gefährlicher werden kann, als umgekehrt.

Riesenhai

Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) gehört zu den größten bekannten Haiarten, ist für den Menschen allerdings völlig ungefährlich und ernährt sich wie der Walhai nur von Plankton.
© by Angelo Mojetta

Hinweis: Bilder zu bekannten Haien wie dem Weißen Hai oder dem Makohai befinden sich unter dem Menüpunkt Bilder