Der Wärmehaushalt der Haie
Wie Sie unter dem Punkt "Nahrung" erfahren können, fressen Haie gar nicht so übermäßig viel, wie immer gemunkelt wird. Aber woran liegt es, dass so große und starke Räuber nur so wenig fressen?
Nun, der Hai ist in der Lage, Fleisch, das er verzehrt hat, über längere Zeit in seinem Körper zu "konservieren". Wie genau er das anstellt, ist noch unklar, sicher ist jedoch, dass der Wärmehaushalt der Tiere eine wichtige Rolle dabei spielt - neben der "Leber".
Der Hai kann also seine Körpertemperatur stets über der, des ihn umgebenden Wassers halten! Dies erreicht er durch eine an den Seiten der Wirbelsäule stärker entwickelte rote Muskulatur und eine besondere Art des Blutkreislaufs: Dem Gegenströmungsprinzip. Die Muskulatur ist also um die Wirbelsäule herum angeordnet und die in ihr enthaltenen Blutgefäße haben die Funktion von Wärmetauschern. Ehe das Blut der Venen das Herz erreicht, wird es dadurch aufgewärmt. Je größer das Herz ist, desto besser werden die Muskeln wiederum mit Sauerstoff versorgt und desto besser können sie ihrem "Job" als Wärmetauscher nachkommen. Die innere Muskulatur bleibt auf diese Art und Weise immer wärmer. Dies hat auch zur Folge, dass Makrelenhaie weniger von der Wassertemperatur beeinflusst werden (durch kälteres Wasser wird die Stoffwechselrate anderer Haie herabgesetzt und damit auch der Nahrungsbedarf).
Auf diesem Bild können Sie gut erkennen, dass es immer wärmer wird, je näher man dem Herzen des Hais kommt. Der Mittelpunkt ist bis zu 10° Celsius wärmer (!), als das den Hai umgebende Wasser!
© by Angelo Mojetta (modifiziert von Gordon Kuckluck)
Allerdings können nicht alle Haiarten von einem solchen Wärme- und Energiehaushalt profitieren. Dies ist dem Weißen Hai (Carcharodon carcharias) und einigen anderen Vertretern der Makrelenhaie vorbehalten, denn normalerweise sind Fische kaltblütig (mit Ausnahme der Thune).