Wärmehaushalt

Der Wärmehaushalt der Haie

Unter dem Punkt Nahrung wurde schon erläutert, dass Haie gar nicht so viel fressen, wie immer angenommen wird. Wie aber ist es möglich, dass so große und starke Räuber relativ wenig Futter benötigen?

Der Hai ist in der Lage, verzehrtes Fleisch über längere Zeit in seinem Körper zu konservieren. Wie genau er das anstellt, ist noch unklar; sicher ist jedoch, dass der Wärmehaushalt und die Leber der Tiere eine wichtige Rolle dabei spielen.

Der Hai kann seine Körpertemperatur stets über der des ihn umgebenden Wassers halten. Dies erreicht er durch eine an den Seiten der Wirbelsäule sehr stark entwickelte rote Muskulatur und eine besondere Art des Blutkreislaufs: dem Gegenströmungsprinzip. Die um die Wirbelsäule herum angeordnete Muskulatur und deren Blutgefäße haben die Funktion von Wärmetauschern. Bevor das Blut der Venen das Herz erreicht, wird es aufgewärmt. Je größer das Herz ist, desto besser werden die Muskeln wiederum mit Sauerstoff versorgt und desto besser können sie ihrem Job als Wärmetauscher nachkommen. Die innere Muskulatur bleibt so immer wärmer als die äußere. Dies hat auch zur Folge, dass Makrelenhaie weniger von der Wassertemperatur beeinflusst werden (durch kälteres Wasser wird die Stoffwechselrate anderer Haie herabgesetzt und damit auch der Nahrungsbedarf).

Der Wärmehaushalt der Haie

Je näher man dem Herzen des Hais kommt, desto höher ist die Temperatur. Der Mittelpunkt ist bis zu 10° Celsius wärmer, als das den Hai umgebende Wasser.
© by Angelo Mojetta (modifiziert von Gordon Kuckluck)

Allerdings können nicht alle Haiarten von einem solchen Wärme- und Energiehaushalt profitieren. Diese Eigenschaft ist dem Weißen Hai (Carcharodon carcharias) und einigen anderen Vertretern der Makrelenhaie vorbehalten; normalerweise sind Fische kaltblütig (mit Ausnahme der Thune).