Flossen & Antrieb

Die Flossen und der Antrieb der Haie

Die Flossen von Haien sind großen Hautfalten ähnlich. Durch ein Innenskelett erhält jede Flosse ihre nötige Stabilität. Das Skelett besteht aus Knorpeln – schließlich sind Haie Knorpelfische (Chondrichthyes).

Ob Rücken-, Brust-, Bauch-, After- oder Schwanzflosse – jede Flosse hat einen ganz bestimmten Sinn. So dient die Rückenflosse (Dorsalis) zusammen mit der Afterflosse (Analis) dem Hai dazu, den Kurs zu halten. Zudem gleicht sie den seitlichen Schub der Schwanzflosse aus. Die Lage der Rückenflosse hängt dabei von den Lebensgewohnheiten der Haie ab. Sie liegt bei benthischen (d.h. bodenlebenden) Arten beispielsweise weiter hinten als bei pelagischen (d.h. im Freiwasser vorkommenden).

Die Bauchflossen (Ventralis) haben sich bei den Männchen zu Geschlechtsorganen, den sogenannten Klammerorganen oder Klaspern, entwickelt. Die Schwanzflosse (Caudalis) ist bei den meisten Haiarten asymmetrisch oder heterozerk, d.h. ein Lappen (meist der obere) ist größer als der andere. Diese Asymmetrie entsteht durch die Wirbelsäule der Haie, denn diese ist bei den meisten Arten am Ende nach oben gekrümmt und stützt den oberen Lappen (s. Abbildung). Bei den benthischen Arten ist der untere Lappen meist so minimal ausgeprägt, dass er kaum sichtbar ist. Weil diese Haiarten vornehmlich am Boden leben, würde ein gut ausgebildeter unterer Lappen nur stören.

Die Flossen eines Hais

Bezeichnungen für die einzelnen Flossen bzw. Flossenpaare eines Hais.© by Angelo Mojetta (modifiziert von Gordon Kuckluck)
Die Schwanzflosse

Schwanzflosse (Caudalis) eines Hais (links) im Vergleich zur Schwanzflosse eines Knochenfisches (rechts).© by Angelo Mojetta
Die Schwanzflosse eines Weißspitzen-Riffhais

Die Schwanzflosse eines Weißspitzen-Riffhais (Triaenodon obesus) ist deutlich asymmetrisch, bzw. heterozerk (d.h. der obere Lappen ist größer als der untere).© by Angelo Mojetta

Bewegt ein Hai sich vorwärts, drückt er sich durch die besondere Struktur seiner Schwanzflosse auch immer ein Stück nach unten. Allerdings reagieren die Lappen auf jeden Schlag in einer besonderen Weise, so dass sie diesen negativen Schub etwas ausgleichen können und dem Hai helfen, seine Balance zu halten. Außerdem wird der Hai durch seinen stromlinienförmigen Körper beim Ausbalancieren oder Tarieren unterstützt. So scheint er vor der ersten Rückenflosse eine Art Buckel zu haben, während der Bauch flach ist. Das Wasser läuft somit schneller über den Rücken als über den Bauch, dies sorgt für eine aufwärts gerichtete Kraft. Auch der flache Schnauzenquerschnitt erhöht den Aufwärtsschub. Ein gutes Beispiel hierfür stellt der Hammerhai (Sphyrna sp.) dar.

Die Brustflossen (Pectoralis) sind ebenfalls charakteristisch für die verschiedenen Lebensweisen der Haie. So haben pelagische Haie eher lange, benthische hingegen eher breite Brustflossen. Durch Veränderung der Neigung der Brustflossen können Haie ihren Körper entweder auf- oder abwärts dirigieren.